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Die Chronik des Heimat- und Volkstrachtenverein

„Almarausch" Mering e.V.

 

Die Geschichte des Vereines reicht eigentlich bis ins Jahr 1896 zurück. Damals bereits gründete eine kleine Anzahl von Idealisten den „Theaterclub Mering". Der Tradition des Theaterspielens blieb man bis heute treu.

Sechszehn Jahre später erwogen die Mitglieder, den „Theaterclub" in einen Trachtenverein umzuwandeln.

 

Laut Protokollbericht eröffnete der damalige Vorstand und Herbergsvater, Eduard Ettensberger, am 25. Februar 1912 um 8 Uhr die außerordentliche Versammlung zur Namensänderung.

 

 

Ettensperger

 

Nach Festlegung, der noch heute gültigen Richtlinien: "Das von unseren Vorfahren übermittelte Brauchtum zu wahren und zu pflegen", wurde um 10 Uhr einstimmig der „Gebirgstrachtenverein Almarausch Mering" gegründet. Mit dem Wunsch: "Auf ein frisches Blühen und Gedeihen unseres Vereines" schloss Vorstand Ettensberger die Versammlung.

Die offizielle Gründungsfeier war am 5. Mai 1912. Mehrere auswärtige Vereine waren anwesend und gestalteten einen großartigen Festzug.

 

 

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Anschließend wurde im Turnerheimsaal (heute das Papst-Johannes-Haus) geplattelt, getanzt und gesungen, wie es auch jetzt noch üblich ist. Wie die Protokolle vom Theaterclub berichten, hatte schon um die Jahrhundertwende der Schuhplattler Begeisterung ausgelöst!

Das nächste große Ereignis war die erste Aufführung des Schäfflertanzes im Fasching 1914, welches aber leider wegen des ersten Weltkrieges für längere Zeit auch das Letzte war.

 

 

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Nach vier Jahren war einer der ersten Aufgaben, gemeinsam mit dem Kriegerverein eine Veranstaltung abzuhalten, deren Erlös für den Bau eines neuen Kriegerdenkmals bestimmt war, denn auch der Trachtenverein hatte mehrere Opfer des Krieges zu beklagen.

Am 2. Und 3. September 1922 feierte man das 10 jährige Stiftungsfest, verbunden mit dem Vereinigtenfest der „Gebirgstrachtenvereinigung Augsburg und Umgebung", der ja der Meringer Verein angehörte. 34 Trachtenvereine boten beim großen Festzug ein farbenprächtiges Bild und lockten Scharen von Zuschauern an.

 

Von der nun folgenschweren Inflationszeit, bei der ein Kassenstand von 40.000.201.895,93 Mark verzeichnet ist und über Nacht auf null sank, erholte sich der Verein überraschend schnell.

 

Bereits am 26. Juni 1927 konnte die Weihe der ersten Fahne erfolgen. Sie zeigte auf einer Seite ein herrliches Bild vom alten „Möring" aus dem 17. Jahrhundert. Den Entwurf dazu fertigte das aktive Mitglied Hugo von Hann, während die Strickerei, Cenci Steinhard, eine Meringerin, meisterhaft ausführte.

 

Im Fasching 1935 konnte erneut der Schäfflertanz in sämtlichen Straßen von Mering aufgeführt werden und zwar über sechzigmal an zwei Tagen. Der Andrang zu den gekonnt durchgeführten Tänzen war so groß, daß es sogar in der damaligen Zeit schon zu Verkehrsstauungen kam.

 

 

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Nachdem noch im August 1937 das 25. Vereinsbestehen, der Zeit entsprechend unter dem Einfluss der NS- Regierung begangen wurde, erlosch zwei Jahre später mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges das gesamte Vereinsleben. Die Kriegsjahre brachten dem Verein unersetzliche Verluste. Zahlreiche Mitglieder mussten ihr Leben lassen oder waren vermisst.

Doch der Ruf der Heimat war gerade nach dem Grauen des Krieges stärker denn je. Es dauerte nicht lange, bis sich eine Anzahl von Trachtlern in der Friedenau zusammenfanden, um den Wiederaufbau des Vereines vorzubereiten.

 

Am 27. April 1946 war es dann soweit, im Vereinslokal „Turnerheim" trafen sich: Christian Haag, Hans und Hanni Habersetzer, Moni und Paul Heinzeller, Leo Sausenthaler, Michl und Berta Mahl, Hias Lachenmeir sen. Und Heiner Diepold. Diese wählten mit Genehmigung der US-Militärregierung die neue Vorstandschaft.

 

Rasch wuchs die Zahl der Mitglieder und gerade die Jugend war es, die an der Trachtensache großes Interesse zeigte. Besonders unserem bewährten, langjährigen Vorstand Gustl Müller, der bereits seit 1914 die Schicke des Vereins leitete, war es zu verdanken, dass das Laienspiel und Brauchtum wieder gepflegt wurde und nicht in Vergessenheit geriet.

 

Der Meringer Trachtenverein war anfangs beim „Lechgauverband" und der „Gebirgstrachtenvereinigung Augsburg und Umgebung". Bis zur Gründung des Altbayrisch-Schwäbischen-Gauverbandes.

 

Die angeschlossenen Vereine sind in Bezirke eingeteilt, wie es auch vor dem zweiten Weltkrieg schon üblich war. Die Vereine östlich vom Lech und südlich von Augsburg sind im Trachtenbezirk Mering zusammengeschlossen. In ihm sind die Trachtenvereine Friedberg, Kissing, „Bayermünching" Merching, Scheuring und Mering vereint.

 

Da die im Landkreis Aichach-Friedberg ansässigen Trachtenvereine drei verschiedenen Gauverbänden angehörten, wurde 1992 die Arbeitsgemeinschaft der Trachtenvereine im Landkreis AIC gebildet. Darin sind außer dem Bezirk Mering (mit Ausnahme von Scheuring, die zum Landkreis Landsberg gehören) die folgenden Vereine vertreten: „Paartaler" Merching, Aichach, Metzenried und Pöttmes, Jedes Jahr wird bei einem anderen Verein ein ungezwungener Landkreis-Hoagart´n durchgeführt, der regen Zuspruch findet.

 

1980 wurde erstmals nach dem Krieg wieder an die Tradition des Maibaumaufstellens angeknüpft. In mühevoller Arbeit erstellt man die Figuren und Halterungen. Ganz Mering war auf den Beinen, als am 1. Mai der Baum in seiner ganzen Pracht, mit seinen 33 Metern vom Marktplatz aufragte.

 

Auch die Majoretten aus der Meringer Partnerstadt Amberiéu en Bugey waren zu diesem Anlaß gekommen. Seit 1973 gibt es zu dieser französischen Stadt rege Beziehungen und der Trachtenverein trug wesentlich zu diesem Verhältnis bei.

 

Nach längeren Überlegungen und einer intensiven Vorarbeit, konnte am 25. Mai 1997 in der Pfarrkirche St Michael eine neue Fahne geweiht werden. Verbunden mit einem gelungenen Fest mit zahlreichen Vereinen und einem großartigen Festzug.
So möge die neue Fahne auch weiterhin ein Symbol der Zusammengehörigkeit und Kameradschaft darstellen und allen kommenden Widerwärtigkeiten trotzen.

 

Bei einem Mitgliederstand von 200, setzte der Verein auch in den 80ger Jahren seine Aktivitäten fort. An der Trachtenerhaltung bzw. Erneuerung wurde ständig weitergearbeitet. Die Heime in der Friedenau und am Sommerkeller erforderten immer wieder finanziellen und persönlichen Einsatz. Bei unzähligen Heimatabenden, Umzügen, Hoagart´n, Gau- und Bezirksfesten, Theatern, Waldfesten usw. wurde der Meringer Trachtenverein mit seiner Jugend weit über die Landesgrenzen bekannt.

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Im Jahr 2012 wurde nun der Heimat- und Volkstrachtenverein „Almarausch" Mering 100 Jahre alt. Dieses 100. Gründungsjubiläum wurde mit einem großen Festakt gefeiert. Gerade in diesen Tagen hatten wir uns und unseren Gästen vor Augen geführt, welchen Wert Heimatliebe, Brauchtum, Volkstanz und Volkslied noch haben. Daher müssen wir Trachtlerinnen und Trachtler, gerade in dieser Zeit, weiterhin treu zur Trachtensache stehen, um das Erbe unserer Väter zu erfüllen und weiterzugeben.

 

Chronologisch sind in dieser Chronik nicht alle Vorstände genannt. Doch alle haben mit Herz und Verstand gewirkt und sie würden zu den Worten vom Vereinsgründer Eduard Ettensberger mit einstimmen:

 

„Auf ein frisches Blühen und Gedeihen unseres Vereins"!

 

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